26-06-2018 – Tag 11: Petrozavodsk (RUS) – St. Petersburg (RUS)

von: Thomas:

Statistik:
gefahrene Strecke: 444,5 km
Abfahrt: 10:00 Uhr
Ankunft: 15:30 Uhr
Fahrtzeit: 5:30 Std.

Kurze Erklärung, bevor es los geht. Mittlerweile haben wir den 15. Juli und sind schon seit 2 Wochen wieder zuhause. Das Vorhaben, nicht noch weitere Tage während der Runde in Rückstand zu geraten, hat nicht weiter geklappt (zum Eigentrost – als ich gegen Mitternacht in Lettland am bloggen war, kam ein anderes BSC-Team vorbei und einer der Beiden meinte „Du bloggst noch?“. Als ich das bejahte, meinte er nur „Mein letzter Eintrag war <<Wir sind in Norwegen angekommen>>“).


Die heutige Etappe sollte relativ entspannt sein. Für unsere Verhältnisse mal wieder von überschaubarer Länge (445 km) ohne besondere Herausforderungen – wenn man davon absieht, dass wir uns das erste Mal wieder in einen Großstadt-Verkehr wagen, und dazu in einen russischen!

Wir haben dann auch tatsächlich einigermaßen ausgeschlafen und sind gegen 10:00 Uhr aufgebrochen, nachdem wir uns im Hotel mit einem Frühstück gestärkt haben, dass das Wort Frühstück auch wieder verdiente. Der Kaffee war brauchbar und das Omelette wirklich lecker. Das, was sie uns allerdings als „Käse-Sandwich“ anboten, war schon etwas merkwürdig. Eine Scheibe ungetoastetes Weißbrot mit einer Scheibe geschmacksneutralem Käse und dazwischen nix – Irgendwie stelle ich mir ein Sandwich etwas anders vor…

Die erste Hürde war tatsächlich, aus Petrozavodsk wieder raus zu finden. Irgendwie haben an einer Stelle dem Schild mit der abknickenden Vorfahrt vertraut – und sind nach ein paar Kilometern exakt wieder dort gelandet, wo wir auf die Hauptstraße gekommen sind. Kann man ja nicht ahnen, dass der Weg zu einer der Haupt-Magistralen Russlands durch eine Nebenstraße führt. Das hatte allerdings den Vorteil, dass wir doch ein paar Aufnahmen aus dem Stadtbild machen konnten, für die es in der erste Runde zu schnell ging:

Ansonsten war die Fahrt recht entspannt. Es gab nicht allzu viel zu sehen, außer ein paar Bauwerken. Dass wir neben dem Onegasee, an dem Petrozavodsk  liegt, auch an dem Ladogasee vorbeigefahren sind und damit die beiden größten Seen Europas gestriffen haben, ist uns allerdings nicht wirklich aufgefallen. Auch das Wetter war wieder mit etwa 23-24 Grad sehr angenehm.  Allerdings macht sich bemerkbar, dass die Klimaautomatik ihren Dienst quittiert hat. Es scheint doch ein kleines Leck im System zu geben. Insgesamt lässt es sich aber an diesem und den folgenden Tagen gut ertragen.

So kamen wir am frühen Nachmittag in St. Petersburg an – und standen prompt im Stau. Durften wir die letzten paar Kilometer vor St. Petersburg noch die Autobahn nutzen (im Umkreis von 30 km um St. Petersburg laut Roadbook gestattet), haben wir uns die letzten 5 km in St. Petersburg bis etwa 150 Meter vor unserem Hostel durchgestaut. Trotzdem haben wir auf diese Etappe eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 90 km/h erreicht.

Unser Hostel bot uns dann doch eine ziemliche Überraschung. Gebucht hatte ich bei booking.com schon im Winter, da ich aufgrund der FIFA-WM auf Nummer sicher gehen wollte. Es sollten zwei Einzelzimmer in einem Hostel mit Gemeinschaftsbad sein. Es stellte sich heraus, dass das Hostel eine 4-Zimmer-Wohnung in der dritten Etage eines Altbaus war. Da alle 4 Zimmer vermietet waren, hat die Vermieterin auf dem Sofa in der Wohnküche (dem zentralen Raum der Wohnung) geschlafen. Die Zimmer waren schlicht, aber sauber, es gab zwei Bäder und sogar eine Nespresso-Maschine inkl. Kapseln. Dazu super zentral gelegen, trotzdem ruhig, das Hostel kann man sich merken…

Wir verspürten kräftigen Hunger, so dass wir erst einmal etwas Essbares brauchten. Das fanden wir in unmittelbarer Nähe in Form einer hervorragenden Burger-Bar mit leckerem Craft-Beer. Da die Bar in einer der Haupt-Einkaufsstraßen lag, gab es jede Menge zu sehen und wir beschlossen, kein Turbo-Sightseeing mehr zu veranstalten (mein Knie hat sich sehr über diesen Entschluss gefreut).

Noch kurz ein paar Rubel aus der Wand gezogen, an ein paar Souvenir-Fallen vorbeigelaufen, kurz ins Hostel, um sich frisch zu machen, um dann die Lösung der Tagesaufgabe in Angriff zu nehmen „Finde die ‚Dunes on Ligovsky‘, den einzigen Beach-Club St. Petersburg und flüstere einem Barkeeper das geheime Lösungswort ‚Russian Viking‘ ins Ohr“. Sicherheitshalber stand die vollständige Adresse des Beach-Clubs auch auf Kyrillisch im Roadboak, so dass auch der Taxifahrer sofort verstand, wo wir hinwollten. Insgesamt also eine durchaus lösbare Aufgabe…

Der Abend in dem Beach-Club war dann wirklich sehr nett. Jede Menge Benzingespräche mit anderen Teams, leckeres Bier, den zweiten Burger des Tages, coole Musik von einem wirklich guten DJ, der ausschließlich Vinyl spielte, einem Percussionisten, der den DJ dann irgendwann noch begleitete – insgesamt ein wirklich gelungener Abend. Auch wenn wir nicht wirklich viel von St. Petersburg gesehen haben (das wird irgendwann einmal nachgeholt), war das ein insgesamt sehr netter Tag!

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