19-06-2018 – Tag 4: Molde (N) – Korgen (N)

von: Thomas

Statistik:
gefahrene Strecke: 743,6 km
Abfahrt: 8:30 Uhr
Ankunft: 22:00 Uhr
Fahrtzeit: 13:30 Std.

Nachdem es in dem Blog schon wieder mehrere Tage still geworden ist, versuche ich das mal alles nachzuholen.

Eigentlich hatten wir uns auf den Tag ziemlich gefreut. Unsere Route führte uns über die Atlantikstraße, von zahlreichen Reiseführern und Webseiten als eine der spektakulärsten Straßen Europas, wenn nicht weltweit, bezeichnet.

Leider machte das Wetter wieder das, wozu es Lust hatte – es regnete ohne Unterlass. Da wir ja durch die nächtlichen Eskapaden eher wenig geschlafen hatten, haben wir zugesehen, dass wir so schnell wie möglich loskommen. Wir hatten ja die Hoffnung, dass sich das Wetter bessert. Aber das war ein Trugschluss. Also haben wir wohl nur einen Bruchteil dessen zu sehen bekommen, was die Atlantikstraße wohl einem bei gutem Wetter bietet, aber auch das war schon großartig. Auch diese Ecke gehört auf jeden Fall bei der nächsten Norwegentour zum Pflichtprogramm.

Das Wetter war dann auch das verlässlichste auf der gesamten Etappe.

Also haben wir Kilometer abgespult (insgesamt ca. 750), haben dem Nobel-Hobel immer gutes Diesel gegönnt, ansonsten ist während der Fahrt nicht wirklich viel passiert. So reifte dann bei uns der Entschluss, das wir heute nicht unter unserer Fächermarkise, sondern in einer Hütte schlafen wollen. Von unterwegs dann auf dem Campingplatz in Korgen eine Hütte reserviert (man weiß ja nicht, wo unsere Mitstreiter so übernachten) und weiter ging die wilde Fahrt.

Vor der Fähre von Kanestraum (ja Sven, das heißt da wirklich so) nach Halsa sahen wir dann noch andere Fahrzeuge, deren Fahrer Ähnliches wir wir vor haben (das passiert uns noch öfter, z. B. am Nordkap):

War sonst noch was? Ach ja – die Tages-Aufgabe…
Heute war Surströmming-Tag. Wer Surströmming nicht kennt, dies ist eine schwedische Spezialität – fermentierter und eingelegter Hering in Dosen. Das Ganze ist so speziell, das skandinavische Fluglinien sich weigern, diesen an Bord zu transportieren und das Netz voll von Videos ist – der Inhalt dieser Dosen stinkt erbärmlich!!!

Klar, dass das Super-Adventure-Team deshalb jedes Jahr als Tagesaufgabe vorsieht, eine geöffnete Dose 200 km im Auto spazieren zu fahren… Wir haben die Aufgabe – na ja fast – gelöst:

Zu unserer Ehrenrettung sei gesagt, dass diverse Teams schummeln. Da werden zwei Dosen besorgt und im Abstand von 200 km geöffnet, Dosen auf dem Dachgepäckträger transportiert usw… Auf jeden Fall riecht es nach wie vor im Nobel-Hobel nicht nach vergorenem Fisch!

Gegen Abend erreichten wir dann Nord-Norwegen, ab diesem Zeitpunkt sagt unsere Wetter-App, dass der Sonnenauf- und untergang um 0:00 Uhr stattfindet (auch wenn wir den Polarkreis noch nicht überquert haben). Ohne Sonne lässt sich dies aber schlecht überprüfen…

Die letzten gut 50 Kilometer vor dem Tagesziel haben wir dann drei Mitstreiter vor uns, die ein paar Kilometer vor unserem Ziel auf einen anderen Platz steuern, einen Range Rover Classic, einen Lada Niva und einen MB Wolf. Den Wolf bekommen wir allerdings zum letzten Mal zu Gesicht, auf dem Weg zu den Lofoten scheint er dem Pannenteufel zum Opfer gefallen zu sein. Die beiden verbliebenen Fahrzeuge kommen erst gegen 0:30 Uhr zur Party und das letzte Bild im Live-Tracker ist der Wolf auf einem Abschleppwagen…

Wir erreichen unsere Hütte gegen 22:00 Uhr, bis wir im Bett sind dauert es noch ein wenig. Also ist der Nachtschlaf wieder recht kurz, der Wecker klingelt dieses Mal schon um 4:00 Uhr…

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